01.05.2026
Am Tag der Arbeit diskutierten Podiumsgäste mit unterschiedlichsten Hintergründen die Frage: "Was bedeutet mir Arbeit?"
Am 1. Mai wird an vielen Orten gefeiert, demonstriert und debattiert. Das Thema Arbeit ist ein sehr emotionales Thema, das alle irgendwie betrifft.
Gerade am Tag der Arbeit stellt sich die Frage, welche Bedeutung Arbeit heute hat. An der Podiumsdiskussion in der Stiftung WBM diskutierten Podiumsreferent:innen mit den unterschiedlichsten Lebensbiografien genau darüber: "Was bedeutet mir Arbeit?"
Die Referent:innen:
Matthias Baumann, Pfarrer der Kirchgemeinde Lotzwil
Christa Emminger, Berner Regionaldirektorin UBS
André Hebeisen, Surprise-Verkäufer und sozialer Stadtführer
Martin Wüthrich, Mitarbeiter der Stiftung WBM
Sumira Zürcher, Mutter und Hausfrau
In der Stiftung WBM begegnen wir der Frage was einem Arbeit bedeutet fast täglich. Wir arbeiten mit Menschen, die in unserer eng getakteten und digitalisierten Arbeitswelt vielfach keinen Platz finden.
Das Podiumsgespräch zeigte auch, wie stark sich viele Menschen über ihre Arbeit definieren. Dabei wurde der Wunsch laut, den Fokus wieder stärker auf die Person selbst zu richten:
„Es soll wieder mehr heissen: ‘Wer bist du?’ statt ‘Was machst du?’“ - Christa Emminger
„Was bin ich noch ohne Job, ohne Leistung? Mindestens für mein Gegenüber habe ich immer einen Wert.“ - Matthias Baumann
Ein weiteres zentrales Thema war das oft zitierte Konzept der „Work-Life-Balance“. Hier waren sich die Teilnehmenden einig, dass ein Umdenken nötig ist:
„Viele wollen ihre Lebensqualität am Samstag und Sonntag nachholen. Ich finde das Unsinn.“ - André Hebeisen
„Ich würde stattdessen von ‘Life-Balance’ sprechen.“ - Christa Emminger
„Früher wurde der Sonntag als Start in die Woche angesehen. Vielleicht würde das dem Wochenende heute etwas Gewicht wegnehmen.“ - Matthias Baumann
„Für mich ist alles eins. Da gibt es keine Trennung zwischen Work und Life.“ - Sumira Zürcher
Im weiteren Verlauf der Diskussion rückte auch ein oft unterschätzter Bereich in den Fokus: unbezahlte Arbeit. Besonders das Muttersein, stellvertretend auch für die care-Arbeit von Vätern, wurde als zentraler Bestandteil gesellschaftlichen Zusammenhalts hervorgehoben.
„Mehr Wertschätzung für Mamis!“ – Sumira Zürcher
Aus dem Publikum kam dazu passend die Ergänzung:
„Die Arbeit, die wir für unsere Kinder leisten, ist eine ganz wichtige Arbeit für unsere Gesellschaft, sowohl für Mütter als auch für Väter.“
Zum Abschluss wurde deutlich: Arbeit ist weit mehr als Erwerbstätigkeit. Sie stiftet Sinn, Identität und Gemeinschaft, sollte aber zugleich nicht der einzige Massstab für den Wert eines Menschen sein. Die Diskussion zeigte eindrücklich, wie vielfältig die Bedeutung von Arbeit ist und wie wichtig es bleibt, darüber im Gespräch zu bleiben.